Drehmoment beim Motorrad: Die PS-Zahl sagt nicht die ganze Wahrheit
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Man betritt ein Motorradgeschäft, schaut sich die technischen Daten an und der Blick fällt sofort dorthin: auf die PS-Zahl . Je mehr, desto besser, oder? Nicht ganz. Wer sein erstes (oder nächstes) Motorrad ausschließlich nach der maximalen Leistung auswählt, begeht einen der häufigsten Fehler in der Welt der Zweiräder.
Es gibt eine sehr wichtige Tatsache für das tägliche Autofahren, die aber oft ignoriert wird, weil sie „schwierig“ erscheint: Drehmoment . Aber was ist es eigentlich? Vergessen Sie die Physikbücher, schauen wir uns die Küche an.
Was ist ein Paar? Stell dir ein Glas Marmelade vor.
Kennst du das, wenn du ein neues Marmeladenglas hast, dessen Deckel fest verschlossen ist? Um es zu öffnen, musst du ihn fest zusammendrücken und kräftig daran ziehen. Diese Muskelkraft, die nötig ist, damit der Deckel einrastet, nennt man Drehmoment .
Beim Motorrad ist Drehmoment genau das: die Kraft, die benötigt wird, um das Rad im Stand oder bergauf zu drehen. Es ist die Motorleistung. Bei hohem Drehmoment überwindet der Motor mühelos die Massenträgheit. Fehlt es daran, muss man deutlich mehr Kraft aufwenden und oft herunterschalten, um den nötigen Schwung zu bekommen.
Paar gegen Pferde: Der Kraftprotz gegen den Sprinter
Um den Unterschied zu Pferden zu verstehen, stellen Sie sich vor, Sie fahren Fahrrad:
- Drehmoment: Das ist die Kraft, die Sie auf die Pedale ausüben, um aus dem Stand anzufahren oder einen steilen Anstieg zu bewältigen. Wenn Sie kräftige Beine haben (hohes Drehmoment), setzt sich das Fahrrad mit dem ersten Pedaltritt sofort in Bewegung.
- PS: Es geht um die Fähigkeit, die Pedale sehr schnell zu drehen, sobald man sich auf ebener Strecke befindet.
Einfach ausgedrückt: Drehmoment sorgt für Beschleunigung und Geschwindigkeit, PS für Höchstgeschwindigkeit. Im Alltag, ob an Ampeln, beim Überholen oder in Kurven, ist es das Drehmoment, das Fahrspaß und Komfort bietet.
Aber warum haben dann nicht alle Motorräder ein hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich?
Das ist die Millionen-Dollar-Frage. Wenn ein hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich so angenehm ist, warum gibt es dann Motorräder, die erst aufheulen müssen, um in Fahrt zu kommen? Es kommt ganz darauf an, wo man fährt:
- Auf der Rennstrecke: Hier kommt es auf die Leistung an. Sportmotorräder haben ihr Drehmoment erst bei höheren Drehzahlen. Im Stadtverkehr wirken sie träge und unwillig, aber sobald der Drehzahlmesser steigt, verwandeln sie sich in Geschosse. Es ist wie bei einem Sprinter: Er braucht etwas, um in Fahrt zu kommen, ist aber unschlagbar, sobald er loslegt.
- Unterwegs: Hier ist Drehmoment im unteren Drehzahlbereich gefragt. Sie wollen ein Motorrad, das sofort reagiert, ohne dass Sie drei Gänge runterschalten müssen, um einen LKW zu überholen. Sie wollen Laufruhe, Entspannung und einen spürbaren Schub, sobald Sie Gas geben.
Aber wie liest man das technische Datenblatt? Hier ist der Trick.
Beim Lesen der technischen Daten eines Motorrads findet man immer wieder Angaben wie: „27 Nm bei 4.000 U/min“. Lassen Sie sich von den Zahlen nicht abschrecken; der Schlüssel zum Verständnis liegt hinter dem Buchstaben „a“.
- Bei niedrigen Drehzahlen (unter 5.000 U/min) bedeutet dies, dass das Motorrad über ein hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich verfügt. Es handelt sich um einen durchzugsstarken Motor, der seine volle Leistung sofort abgibt und sich ideal für Stadtfahrten, Touren und für alle eignet, die eine entspannte Fahrt suchen.
- Bei hohen Drehzahlen (über 8.000 U/min) ist das Drehmoment maximal. Das Motorrad muss dann richtig hoch drehen und mit hohen Drehzahlen laufen, um die beste Leistung zu erzielen. Das ist die typische Einstellung für Sportmotorräder, die auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt sind.
Kurz gesagt: Je niedriger die Drehzahl ist, bei der das maximale Drehmoment erreicht wird, desto reaktionsschneller und direkter reagiert das Motorrad vom ersten Öffnen des Gasgriffs an, ohne dass ständig heruntergeschaltet werden muss.
Fazit: Setze auf Kraft, nicht nur auf Geschwindigkeit.
Lassen Sie sich beim nächsten Lesen eines Datenblatts nicht von der PS-Zahl blenden. Fragen Sie sich: „Will ich ein Motorrad, das laut aufheult, oder eines, das ordentlich Schub gibt?“ Wenn Sie Fahrspaß pur erleben wollen, achten Sie auf ein hohes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich.
Denn Geschwindigkeit verkauft Poster, aber es ist die Kraft des Motors, die Ihnen jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn Sie das Gaspedal durchdrücken.
Sie möchten wissen, welches Royal Enfield-Modell das perfekte Drehmoment für Ihren Fahrstil bietet? Lesen Sie die Royal Parts-Broschüre für unsere technischen Tipps.
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